[00:00.00] 作词 : Reinhard Mey[00:01.00] 作曲 : Reinhard Mey[00:08.57]Ein Freund rief an: „Hör' mal, wenn es dich int'ressiert,[00:12.19]Ich lese grad, Don Rosa 's in der Stadt und signiert[00:15.93]Seine Zeichnungen im „Comix“ in der Manufaktur[00:19.46]In der Friedrichstraße heut 16 bis 18 Uhr!“[00:23.51]Das muß man einem Schöngeist wie mir nicht zweimal sagen,[00:27.42]Der Frau Dr. Erika Fuchs seit Kindertagen[00:31.25]Verfall'n ist, von ihrem Gedankengut kontaminiert,[00:35.31]Der, wie andre Schiller und Goethe, Donald Duck zitiert:[00:39.53]„Und lieg' ich dereinst auf der Bahre,[00:43.71]So denkt an meine Gu-itarre!“[00:47.38]Für mich umfaßt das Schöne, Gute, Wahre[00:51.60]Neben Nietzsche, Hegel, Schopenhauer, Kant und Marx[00:55.73]Auch die Comics von Don Rosa und Carl Barks.[01:00.65]'Ne knappe Viertelstunde später und ich stand[01:04.38]In der Schlange vorm Geschäft mit meinem Sammelband.[01:08.28]Der Laden war gerammelt voll und allen war klar,[01:12.06]Daß das 'ne Aktion für die nächsten Stunden war.[01:16.48]Also standen wir auf dem Bürgersteig in Mäandern,[01:20.35]Schlurften brav im Zickzack immer einer nach dem andern.[01:24.40]Vor mir in der Reihe total aufgekratzt stand[01:28.40]Ein kleiner Junge mit 'nem gestreßten Vater an der Hand.[01:32.42]Einem von diesen Zeitgeistvätern,[01:36.42]Diesen neuen, etwas später'n,[01:39.92]Dafür etwas aufgeblähter'n Städtern,[01:43.83]Die du am Beifallheischen erkennen kannst:[01:47.88]„Alle mal herkucken, Leute: Ich hab' mich fortgepflanzt!“[01:53.30]Es ging sehr langsam, das heißt, so gut wie gar nicht voran.[01:57.44]Der Junge stand heroisch, nur der Vater begann[02:01.37]Zu murren. Don Rosa nahm sich für jeden Zeit,[02:05.16]Schrieb und malte mit Geduld und Liebenswürdigkeit.[02:09.18]Ich würde ihn um eine Gundel Gaukelei bitten,[02:13.11]Oder einen Gustav Gans – die beiden vor mir stritten,[02:17.06]Das heißt, der Junge schwieg, aber über ihm hing[02:21.03]Der Groll des Vaters für jeden Schritt, den es nicht weiterging.[02:25.10]„Sven, das kannst du nicht von mir verlangen,[02:29.21]Ich wär' schon längst gegangen,[02:32.96]Sven, was willst du mit so 'nem Blödsinn anfangen,[02:37.03]So 'ne Unterschrift, Sven – das ist mir schleierhaft!“[02:40.86]„Papa, warte, wir haben's doch gleich geschafft!“[02:45.05]Der Junge sieht zu ihm auf, fragend und bedrückt.[02:48.86]Jetzt sind wir ein paar Zentimeter weitergerückt.[02:52.92]Der Junge, der so gern seine Zeichnung will.[02:56.88]„Also Sven, mir reicht's!“ Sven ist mucksmäuschenstill.[03:00.67]„Schluß jetzt mit dem ganzen Unfug, Sven, ich muß gehen,[03:04.79]Du kannst ja bleiben, aber dann kannst du allein zusehn,[03:08.73]Wie du danach allein nach Hause kommst!“ - „Papa, bitte, bleib stehn!“[03:15.00]Der Vater ging, Sven blieb und über sein Gesicht[03:19.04]Ging die Grimasse, die man macht, eh man in Tränen ausbricht.[03:22.95]Er weinte nicht, kehrte sich in sich, tränenlos,[03:27.02]Die Ungleichheit des Kräftemessens war zu groß,[03:30.93]Das Ausgeliefertsein in diesen Nervenkriegen,[03:34.90]Zerreißproben, wo immer die Erwachsenen siegen![03:39.06]Inzwischen kamen wir in der Zielgeraden zu stehn,[03:43.10]Konnten dem großen Meister schon über die Schulter sehn.[03:47.04]Vor uns nur noch zwei, drei Leute,[03:50.89]Ganz nah an der ersehnten Beute,[03:54.89]Das war der Augenblick, auf den er sich so freute,[03:58.78]Der Meister sah zu ihm auf, Sven war so aufgeregt,[04:02.83]Vor lauter Ehrfurcht klang seine Stimme belegt:[04:06.91]„Please, Mister Don Rosa“, bat er heiser,[04:11.23]„Can you write: Für Hans-Dieter Kaiser?“